Mülheimer Nahverkehr muss effizient und zuverlässig werden!

Ein Beitrag von den SPD-Nahverkehrsexperten Daniel Mühlenfeld und Carsten Trojahn:

Man muss kein Gedankenleser sein, um zu behaupten, dass Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, in den letzten sieben Tagen über den Nahverkehr in Mülheim geärgert haben. Verspätungen oder Fahrtausfälle gehören zum Alltag. Im Werbefernsehen würde nun an dieser Stelle der Satz „Das muss nicht sein!“ folgen. Gerne würden wir auch in der Realität das Problem mit einem Wundermittel beseitigen, aber der Zustand des ÖPNV ist kein Rotweinfleck auf einem Perserteppich. Bei einem jährlichen Defizit von über 30 Millionen Euro pro Jahre wäre die Ruhrbahn auch eher ein ganzer Weinberg. Galgenhumor bei Seite, es muss sich etwas tun!

Im Zuge der Verabschiedung des Haushalts 2019 hat der Mülheimer Rat mehrheitlich beschlossen, in Zukunft bis zu sieben Millionen Euro beim ÖPNV einzusparen. Der erste Entwurf eines entsprechenden Liniennetzes sah massive Angebotsreduzierungen und weitere harte Einschnitte vor. Das muss nicht sein! Deshalb haben wir das „Netz 23“ zu den Akten gelegt und eine neue Initiative gestartet. Der ÖPNV in Mülheim muss nicht kleiner, sondern intelligenter und effizienter werden. Wir haben einen Straßenbahntunnel unter der Ruhr, warum fahren dennoch so viele Busse über die Schloßbrücke? Wie lassen sich On-Demand-Linien (Busse auf Anforderung) als Ergänzung einflechten? Taugen solche Angebote als Lösung für das Nachtnetz? Und welche Straßenbahnäste brauchen wir wirklich?

Ein wichtiger Punkt ist auch, die gesamte Unternehmensstruktur zu durchleuchten. Nach der Fusion von MVG und EVAG gibt es gerade im organisatorischen Bereich noch Doppelungen, die beseitigt werden können. Auf keinen Fall wird das Fahrpersonal unter der Straffung leiden. Da eine Arbeitsplatzgarantie bis in die 2030er Jahre existiert, sind Entlassungen dort auch gar nicht möglich.

Als SPD-Fraktion lag uns der Nahverkehr schon immer am Herzen. Wir haben auch diesmal und werden auch weiterhin viel Engagement in die Überlegungen stecken. Mülheim ist nicht Berlin, Hamburg oder München, aber wir sind Teil einer Metropolregion und dementsprechend muss auch unser ÖPNV-Angebot aussehen.

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